Agnosie

Die Agnosie (aus dem Griechischen für „nicht“ – „Erkenntnis“ oder „Erkennen“) wird in der Medizin verwendet, um den Verlust der Erkennensfähigkeit zu beschreiben. Eine Agnosie ist ein seltenes neuropsychologisches Symptom, das nach Schädigungen des Gehirns durch z.B. Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma auftreten kann.  Es werden verschiedene Agnosietypen beschrieben:
1. visuelle Agnosie, hier ist die Sehverarbeitung gestört. Manche Patienten können keine Bilder abzeichnen, ansonsten aber durchaus geschickt mit Gegenständen umgehen – sie „sehen“ sie also, nehmen sie aber nicht bewusst wahr. Typischerweise können Patienten Gegenstände zwar sehr detailliert beschreiben (z. B. nach Farbe, Form und Beschaffenheit), sind aber nicht in der Lage, sie wiederzuerkennen und zu benennen. Wenn der Patient keine Gesichter mehr erkennen kann spricht man von Prosopagnosie, kann er keine Buchstaben mehr erkennen oder Lesen bezeichnet man dies als Alexie.
2. auditive Agnosie, Diese Patienten sind nicht in der Lage Umweltgeräuschen oder gesprochener Sprache eine Bedeutung zuzuordnen. Sie können jedoch sprechen, schreiben und lesen. Viele Patienten haben aber auch leichte aphasische Symptome.
Eine Sonderform ist Amusie. Sie bezeichnet die Unfähigkeit, trotz intakter Hörorgane, Tonfolgen und/oder Rhythmen zu erkennen und diese nachzusingen oder auf einem Instrument nachzuspielen oder zu klopfen.

Weitere Agnosieformen betreffen das Erkennen von Gegenständen durch den Tastsinn, das Erkennen von Gerüchen, das Erkennen eigener Körperteile, das Erkennen und Orientieren in eigenen Räumlichkeiten oder auch das Erkennen, das man erkrankt ist.